In 7 Tagen die Highlights der Dolomiten erleben

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Hand aufs Herz: Wie oft hast du schon Bilder von den Drei Zinnen, dem türkisblauen Pragser Wildsee oder der Seceda gesehen und dir gedacht: „Da muss ich endlich mal hin“? Genau das haben wir getan – und sieben Tage lang die atemberaubendsten Bergpässe Europas unsicher gemacht. Zwar reicht eine Woche gerade einmal aus, um die absoluten Highlights abzugrasen – obwohl es noch so viele versteckte, herrlich ruhige Ecken abseits des Trubels zu entdecken gäbe –, aber für den perfekten ersten Eindruck ist sie unschlagbar. Das Ergebnis: brennende Waden, eine völlig überfüllte Speicherkarte und die schönste Route durch eine Bergwelt, die man einfach selbst erlebt haben muss. In diesem Guide verraten wir dir unsere Highlights, die besten Fotospots und wie deine perfekte Woche in den Dolomiten aussieht.



Tag 1: Anreise und die Natur des Villnößtals genießen

Nach einer langen Anfahrt durch das malerische Allgäu und der Überquerung des Fernpasses ist endlich die Brennerautobahn erreicht. Fenster runter, und Italopop an. Die warme Luft strömt durch das Fenster und man ist in Nullkommanichts in Italien.

Da jeder Tag wertvoll ist und genutzt werden möchte, geht es für uns gleich in das beschauliche Villnößtal. Strategisch gut, denn es liegt gleich am Eingang der Dolomiten. Hier findet man die schöne Wanderung zur Geisleralm. Wer mit dem Auto unterwegs ist, parkt am besten auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz Zans am Talende. Wer nicht in Gefahr laufen möchte, dass er keinen Parkplatz mehr bekommt (die Dolomiten können an Wochenenden oder während der Sommerferien ganz schön voll werden!), der kann die Buslinie 330 nehmen.

Der bekannteste Wanderweg zur Geisleralm ist der Adolf-Munkel-Weg. Dieser startet jedoch nicht direkt am Parkplatz und um auf den Weg zu gelangen, muss man erst einmal den alten Heuweg Nr. 6 bis nach St. Zenon folgen. Die Beschilderung ist hier, wie überall in den Dolomiten, aber einwandfrei. Jedoch würde ich dazu raten, die Route in Komoot zu planen und auch herunterzuladen, denn es gibt nicht überall Mobilfunkverbindung.

Nach ungefähr zwei Stunden Gehzeit erreichen wir die Geisleralm. Hier erwartet uns superleckere Gerichte und köstliche Limonaden.

Nach unserer Stärkung geht es wieder bergab zum Parkplatz. Dieser Weg ist nicht ganz so anspruchsvoll und schön wie der Aufstieg, führt er doch immer mal wieder auf breiten, für die Bewirtschaftung angelegten Waldwegen entlang. Doch mit der Wanderung endet unser Tag noch lange nicht, denn wir wollen uns noch die bekannte Kirche St. Johann in Ranui und den Sonnenuntergang über die Geislerspitzen anschauen.

Das Anschauen der Kirche ist gleich erledigt, denn der beste Aussichtspunkt befindet sich gleich am Parkplatz. Hochlaufen lohnt sich in unseren Augen nicht wirklich und die Kirche ist nur kostenpflichtig zugänglich. Da wir schon viele Kapellen gesehen haben, lassen wir das auch sein.

Danach geht es über das Dorf St. Maddalena über die gleichnamige Kirche hoch zum Aussichtspunkt. Der Weg ist nicht anstrengend und auch gut ohne Wanderschuhe machbar. Wer mit Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs ist, der folgt am besten der breiten Teerstraße, die nicht über die Kirche geht.

Wichtig: der Aussichtspunkt ist nur zu Fuß erreichbar! Viele fahren hoch, obwohl dies nicht erlaubt ist und parken in den Feldern. Lasst das sein. Das stört nicht nur die Wanderer, sondern vor allen die Anwohner und Bauern!

Gemeinsam mit vielen anderen Menschen warten wir hier auf den Sonnenuntergang. Dieser ist in den Dolomiten dank der Steinzusammensetzung besonders fantastisch. Denn dieser färbt sich wunderbar rötlich und leuchtet zum Sonnenuntergang richtig! Dieses Phänomen ist auch als Enrosadira bekannt. Kurz vorher zieht es an diesem Tag aber zu, sodass wir das nicht miterleben – schön war der Ausblick aber allemal!



Tag 2: Wandern auf der höchsten Hochalm Europas

Am nächsten Tag geht es für uns früh los, denn wir wollen heute auf der Seiser Alm wandern gehen. Die Seiser Alm ist die höchste Hochalm Europas und ist sowohl mit Auto, Bus und Gondel zu erreichen. Wichtig: Man kann nur vor 9 Uhr und nach 17 Uhr bis Compatsch mit dem Auto fahren, herunterfahren geht immer. Zwischen 9 und 17 Uhr ist die Seiser Alm nur mit der Gondel von St. Ulrich und Seis zu erreichen.

Wir starten zu Sonnenaufgang mit unserer Wanderung, als das Wetter noch nicht ganz so heiß ist. Die Route führt uns über knapp 4 Stunden von Kompatsch nach Saltria und hoch zum Sporthotel Sonne. Das tolle ist, dass wir Teerwege zum größten Teil vermeiden und nur schmalen Feld- und Waldwegen folgen! Es ist richtig idyllisch und man kann sich kaum an der Landschaft sattsehen.

Schließlich kommen wir an weidenden Haflingern vorbei bis hin zu DEM Aussichtspunkt auf der Seiser Alm. Erstaunlicherweise finden wir hier sogar gar nicht ganz so viele Leute vor wie wir erwartet haben! Nach einer kurzen Rast geht es, diesmal den geteerten Straßen folgend, zur Gostner Schwaige für eine Stärkung.

Wir haben uns für die Knödel und den karamellisierten Kaiserschmarrn entschieden, und was soll ich sagen: der geht mir noch immer durch den Kopf!

Nachmittags haben wir noch nicht genug von der Seiser Alm und beschließen daher noch zur Almrosenhütte zu wandern. Hierbei folgen wir meist den Straßen und kommen an allerlei schönen Aussichtspunkten vorbei. Jedoch wünschen wir uns bei dieser Strecke ein E-Bike herbei, da sie im Vergleich zu der morgendlichen Tour wenig abwechslungsreich ist. Allgemein mussten wir feststellen, dass wenn man nicht gerade den Wanderweg, den wir am morgen gelaufen sind läuft, man am besten das Fahrrad oder eben E-Bike nimmt, denn viele Wege auf der Seiser Alm sind richtige Straßen oder breite Kieswege und man legt zum Teil sehr große Distanzen zurück.

Die Almrosen inmitten der im Juni / Juli blühenden Almrosen

Auf der Heualm gibt es noch eine Stärkung bevor wir uns auch schon langsam auf den Weg in Richtung Sonnenuntergangsspot machen. Wir laufen dieses Mal nicht mehr bis ganz zum Panoramapunkt hinauf, denn es gibt bereits weiter unten schöne Aussichtspunkte. Diesmal haben wir mehr Glück als am vorigen Tag und sehen ein bisschen was von der Enrosadira.

In der Dunkelheit geht es die gut ausgeschilderte Straße bis nach Kompatsch herab und auch hier müssen wir wieder feststellen, wie viele Menschen das Fahrverbot ignorieren und bis zum Aussichtspunkt mit dem Auto fahren!


Tag 3: Kastelruth und Völser Weiher


Der heutige Tag ist mit Temperaturen jenseits der 30 Grad zu warm zum wandern, sodass wir uns dazu entschließen einen ruhigen Tag einzulegen.

Wir schauen uns das Örtchen Kastelruth an und besuchen das Freibad in Telfen, dass einen wunderschönen Blick hat!

Schließlich gehen wir noch zu dem Völser Weiher für einen kleinen Spaziergang mit Abkühlung. Auch hier gelangt man mit dem Auto bis kurz vor das Ziel, sodass man keine Steigung bewältigen muss. Am Völser Weiher gibt es zudem Umkleiden, Toiletten, Duschen und Gastronomie, sodass man problemlos den ganzen Tag hier verweilen kann.


Tag 4: In und um St. Ulrich


Den nächsten Tag verbringen wir in St. Ulrich. Zuerst geht es mit der Standseilbahn auf die Raschötz. Hier überrascht uns der Regen, sodass wir erst einmal im Chalet einkehren. Als das Gewitter nachlässt, machen wir uns auf den Weg zur Heiligkreuzkapelle. Auf den Weg hat man ein tolles Panorama in Richtung der Seiser Alm und der Geislergruppe. Ein Glück, dass wir auf dem Rückweg noch mehr solcher Blicke erhaschen können, denn es handelt sich hier nicht um einen Rundweg.

Wieder in St. Ulrich angekommen machen wir uns auf den Weg zur Seceda Talstation, wo wir mit der letzten Gondel hochfahren. Denn unser Plan ist es, den Sonnenuntergang über den Geislerspitzen zu sehen und dann die knappen zwei Stunden in Richtung Tal zu laufen.

Was soll ich sagen: anfangs war das Wetter noch grandios, aber dann ist es zugezogen, sodass man den Sonnenuntergang mal wieder kaum sehen konnte. Also machten wir uns zügig auf ins Tal, wo wir auch noch knapp vor Ende der Dämmerung ankamen. Der Weg von der Seceda runter nach St. Ulrich ist nicht wirklich zu empfehlen, denn es geht auf dem Skiweg steil bergab und ist auch ansonsten nicht wirklich schön. Das nächste Mal würde ich eher oben auf einer der Hütten übernachten und das auch nur, wenn konstant gutes Wetter vorhergesagt ist.

Tag 5: Vom Karersee zu den Drei Zinnen

Am Morgen starten wir dem Karersee einen Besuch ab. Dieser liegt inmitten der Rosengartengruppe und besitzt dank der Algen wunderbar klares türkisfarbenes Wasser. Parken kann man direkt am See und da sich die wenigsten hier lange aufhalten werden auch immer wieder Parkplätze frei. Man kann in ungefähr 40 Minuten den See auch einmal umrunden, was sehr empfehlenswert ist.

Die Rosengartengruppe ist allgemein ein schönes Wandergebiet, doch dieses Mal fehlt uns die Zeit dafür.

Nach dem Karersee geht es über den Sellapass zum Gardenapass. Die Straße ist mitunter ein Highlight der Dolomitenreise, denn es gibt überall wunderbare Ausblicke, sodass man auch das ein oder andere Mal stoppen muss! Für das nächste Mal nehmen wir uns auch vor eine Wanderung auf dem Sellapass zu machen, denn die Landschaft hier ist beeindruckend.

Am Gardenapass machen wir uns auf den Weg zur Jimmi Hütte für eine Stärkung, die aber aufgrund des leichten Nieselwetters früher geschlossen hat – sehr schade, denn auch hier soll das Essen sehr lecker sein!

Der Aufstieg zur Hütte vom Parkplatz aus ist sehr kurz und in zwanzig Minuten zu bewältigen. Wer gerne anspruchsvollere Touren und Klettersteige mag: hier ist der Ausgangspunkt für den Gran Cir.

Da unser Almschmaus ausgeblieben ist, nehmen wir eine Kleinigkeit im Chalet Gerard zu uns, der direkt auf das Sellajoch blickt. Das Essen schmeckt fantastisch und die Ausblicke sind sogar noch besser als von der Hütte aus.

Die Fahrt nach Toblach braucht noch eine knappe Stunde und auch bei diesem Weg fährt man durch eine sehr schöne Landschaft hindurch.




Tag 6: Drei Zinnen und Cadini di Misurina

Toblach ist für uns Ausgangspunkt für die Drei Zinnen Wanderung. Von hier aus fährt man noch etwa eine knappe Stunde bis hoch zum Rifugio Auronzo. Auf dem Weg stoppen wir noch am Aussichtspunkt Drei-Zinnen-Blick, welcher direkt an der Straße liegt. Hier kann man einen schönen Blick auf die Spitzen genießen. Auch treffen wir hier auf viele Radfahrer, die entlang des Flusses radeln – das muss auch eine tolle Strecke sein!

Der nächste Stopp ist der Dürrensee, einem der wenigen Seen hier, wo man auch drin baden darf! Viele nutzen das warme Wetter und planschen bereits. Parken kann man auch hier wieder direkt an der Straße, an die der See auch gleich angrenzt.

Nun ist es Zeit für die Drei Zinnen. Hier muss man einen Parkplatz im Voraus buchen und man darf erst zur vereinbarten Zeit einfahren. Oder man kann den Bus hoch nehmen, aber Achtung: auch den muss man im Voraus buchen! Schlecht hierbei ist aber, dass man auch gleich das Rückfahrticket zu einem festen Zeitpunkt buchen muss, wenn man also langsamer läuft, verpasst man den Bus.

Wir sind fast zum Drittel um die Zinnen rum, als das Wetter wieder fix zuzieht und man in der Ferne das Gewitter sieht. Wir gehen schnell zum Rifugio Auronzo zurück. Das Gewitter zieht zwar knapp vorbei, aber sicher ist sicher. So warten wir noch eine Runde, trinken einen Café auf der Panoramaterrasse und gehen zum Sonnenuntergang zu den Cadini di Misurina Aussichtspunkt.

Liebe Drei Zinnen – schön war’s, aber es war schon das zweite Mal, dass wir die Umrundung nicht antreten konnten. Auf ein drittes Mal! Für uns geht es zurück in die schöne Unterkunft in Toblach, wo wir uns noch was zu Abend kochen und aus der Ferne dem Blitzspektakel des Gewitters zuschauen.


Wir haben in der The Post Mountain Residence im Herzen des Ortes Toblachs genächtigt und können es nur empfehlen. Die Zimmer, oder besser gesagt Ferienwohnungen, sind geräumig, modern und sehr schick eingerichtet. Parkplätze gibt es ebenfalls kostenlos in der Tiefgarage – ein großes Plus nach dem ständigen Parkplatzsuchen in den Dolomiten!


Tag 7: Pragser Wildsee und Abfahrt

Morgens frühstücken wir im der Patisserie am Marktplatz. Hier gibt es allerlei Caféspezialitäten und wunderbar leckere Törtchen, wo wir uns auch eines gleich zum Frühstück genehmigen. Natürlich in der Form der Drei Zinnen! Wenn wir sie schon nicht komplett mit eigenen Augen gesehen haben, dann essen wir sie zumindest :D

Dann geht es an den Pragser Wildsee im Pragser Tal. Auch dieses ist während der Sommermonate beschränkt befahrbar und man muss ein Ticket im Voraus kaufen.

Der Pragser Wildsee liegt eingebettet zwischen den Bergen und bietet wahrlich ein tolles Motiv, aber ist dadurch auch sehr touristisch. Man kann in Rund zwei Stunden um den See spazieren, schwimmen ist hier verboten.

Im Anschluss geht es für uns zurück nach Hause. Auf ein nächstes Mal ihr wunderschönen Dolomiten!

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