Die größte Sandinsel der Welt: unser Besuch auf K’gari / Fraser Island
K’gari, auch als Fraser Island bekannt, ist die größte Sandinsel der Welt. Sie liegt vor der Küste Queenslands in Australien und sollte bei deinem Roadtrip durch Queensland definitiv nicht fehlen!
Wer Natur und Abenteuer mag, der ist hier richtig aufgehoben. Neben den besten Offroadstrecken Australiens und dem einzigen eingetragenen Highway auf dem Strand, gibt es hier tolle Seen, Wildlife und Regenwald zu sehen. Je nach Jahreszeit (Winter) kann man hier auch Wale beobachten. Das auf dem Festland liegende Hervey Bay ist einer der besten Orte um die Walmigration zu beobachten.
Den Besuch auf Fraser Island planen
Nun gestaltet sich das Planen eines Besuches auf der Insel gar nicht soooo einfach. Zuallererst: ohne ein 4-Rad betriebenes Auto geht hier nichts, denn geteerte Straßen sucht man hier vergeblich. Wenn man sich traut selbst zu fahren, dann ist das natürlich toll und empfehlenswert – man bräuchte noch nicht mal eine Übernachtungsmöglichkeit, denn Campen ist erlaubt. Wer sich das nicht traut – so wie wir – für den gibt es geführte Touren.
Wie kommt man nach K’gari?
Der einzige Weg auf die Insel zu gelangen ist mittels Fähre von River Heads nahe Hervey Bay. Pro Auto kostet sie 123AUD hin und zurück, mit 5AUD pro Mitfahrer extra. Für Reisende ohne Auto kostet die Überfahrt 85AUD, Kinder bekommen Ermäßigung. Die Fähre landet am Steg des Kingfisher Bay Resorts im Westen der Insel an.
Die Insel auf eigene Faust erkunden:
Wenn man kein eigenes offroadtaugliches Auto hat, der kann sich am Festland oder auf der Insel im Kingfisher Bay Resort eines leihen. Sollte man es am Festland mieten, ist es natürlich immer ratsam sich auch zu erkundigen, ob man es nach K’gari mitnehmen darf. Auch gibt es Permits, die man einholen muss, wenn man ein Auto mit auf die Insel bringt.
Campen ist vielerorts erlaubt und gegen kleine Gebühr möglich. Es gibt auch ein paar Hotels. Neben dem Kingfisher Bay Resort im Westen – dem wohl bekanntesten der Insel – gibt es auch Unterkünfte im Osten der Insel.
Essen bringt man sich am besten vom Festland mit. Auf der Insel gibt es zwar einen General Store (und fünf Tankstelle), aber die Preise sind hier natürlich erheblich höher.
Die Insel ohne 4x4 Auto besuchen:
Es gibt verschiedene Tourenanbieter, die Tages- oder Mehrtagestouren vom Festland anbieten (u.a. auch das auf der Insel ansässige Kingfisher Bay Resort). Man findet hier für so ziemlich jedes Budget etwas. Man kann Campen, es gibt Selfdrivetouren oder Bustouren.
Alternativ kann man einen Aufenthalt im Kingfisher Bay Resort buchen, die ebenfalls Touren über die Insel anbieten.
Kingfisher Bay Resort
Wir haben uns für einen Besuch im Kingfisher Bay Resort entschieden. Da Nebensaison war, gab es Sonderaktionen, wodurch es kein ganz so teurer Spaß war. Wir haben zwei Nächte auf der Insel verbracht um einen kompletten Tag zum Erkunden zu haben. Hier kann man zwischen normalen Zimmern, Appartements oder Ferienhäusern wählen.
Die Überfahrt wurde ebenfalls von dem Resort organisiert. Es gibt eine Rezeption am Festland, wo man sich anmeldet und von dort zur Fähre gebracht wird. Bewachte Parkplätze kann man sich hier ebenfalls dazubuchen. Wir haben einfach an der Straße geparkt, was kostenfrei ist.
Nach einer guten Dreiviertelstunde Fährfahrt erreicht man das Resort, das direkt neben dem Anlegesteg liegt.
Kingfisher Bay Tagestour
Unser erster Tag startete mit einem Frühstück am Buffet mit einem Blick über die Poollagune bevor wir uns um neun Uhr am Treffpunkt einfanden. Unser Fahrzeug war ein eigens für die Insel umgebauter Bus.
Bereits auf der Fahrt erzählte uns unser Guide allerhand über die Insel, während er über die sandigen Straßen brauste. Der erste Stopp des Tages war gleich einmal der berühmteste: Lake McKenzie, bei dem unsere Gruppe auch alleine war. Die Touren vom Festland erreichen den See nämlich erst deutlich später am Tag aufgrund der Überfahrt. Mit Stöcken, zur Abwehr gegen die Dingos bewaffnet, ging es einen kleinen Trampelpfad zu dem See hinunter. Der strahlend weiße Sandstrand blendet einen in der Morgensonne schon fast und das Wasser strahlt unheimlich türkis-bläulich. Das Wasser des Sees beinhaltet zudem natürliches Teebaumöl.
Bevor es weiter ging, gab es noch eine Kaffee&Tee Pause (Kakao gab es sogar auch!) mit Keksen. Nach dieser Stärkung ging es weiter Inland zu der Central Station und dem Wanggoolba Creek Regenwald. Unser Guide erzählte uns allerhand über diese Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Station, die erbaut wurde, als man auf der Insel noch Holz abbaute. Damals gab es um die 30 Häuser und sogar eine Schule. Die Central Station ist inmitten des dichten Regenwaldes, durch den man über einen Boardwalk entlang des Wanggoolba Creek laufen kann. Auf diesem kurzen Rundgang haben wir alles mögliche über Flora und Fauna erfahren.
Dann ging es auch schon weiter bis zum K’gari Beach Resort, wo ein reichhaltiges Buffet zum Mittagessen auf uns wartete. Das K’gari Beach Resort liegt an der Ostküste der Insel direkt an einem günstigen Einstiegspunkt zu dem 75 Mile Beach. Aufgrund der Wetterlage (wir waren kurz vor dem Zyklon dort), hieß es noch kurz bangen, ob eine Fahrt auf dem Highway überhaupt möglich ist. Der Wellengang war sehr hoch und das Meer rau, sodass man auch gar nicht unbedingt die übliche Schönheit des Strandes wahrgenommen hat. Viele vergleichen den Abschnitt mit Stränden von den Malediven – ob dem so ist kann ich nicht sagen. Doch wir hatten Glück und unser erfahrene Guide machte das Abenteuer sandiger Highway wahr! So brausten wir nach dem Mittagessen mit hoher Geschwindigkeit über den Sand. Die Fahrt war etwas ruppiger als sonst, aber definitiv ein Erlebnis!
Der Highway ist vielleicht DIE Sehenswürdigkeit auf K’gari. Zudem gibt es entlang des Highways viele schöne Orte, die einen Besuch wert sind. Das wäre um Einen das Wrack der SS Maheno, die am Strand liegt. Vor Fraser Island liegen 23 Wracks und die SS Maheno ist ein sehr gut erreichbares noch dazu. Entlang des Highways sind auch Sanddünen, die in verschiedenen Formationen und Farbschichten aus dem Sand herausragen. Sie werden auch the Pinnacles genannt und werden auf 700.000 Jahre alt geschätzt. Sie sind auch ein wertvoller Teil des auf K’gari indigenen Butchella Stammes.
Weiter nördlich findet man den Eli Creek, einen Süßwasserfluss, der vier Millionen Liter pro Stunde ins Meer transportiert – unvorstellbar, oder?! Aufgrund der schnellen Fließgeschwindigkeit ist Eli Creek eine tolle natürliche Wasserrutsche. Daher sollte man am besten einen Schwimmreif mitnehmen um sich flussabwärts treiben zu lassen. Die organisierten Touren haben auch meist welche dabei. Dazu folgt man dem Boardwalk entlang des Flusses für einige hundert Meter bis man am Ende des Steges auf eine Treppe trifft, die in den Fluss führt. Der Fluss sorgt dabei auch schön für Abkühlung!
Von hier aus ging es dann entlang des Highways wieder in Richtung Resort. Am Strand haben wir dann noch einige Dingos entdeckt! Die Fahrt ging über eine andere Strecke durch den Regenwald – mit steileren Steigungen und immer wieder ein paar Hügeln, die die Fahrt amüsant gestalteten.
Unser Guide hat uns wirklich unheimlich viele Informationen über K’gari, die Natur und Tierwelt mitgegeben und die Fahrt durch den Regenwald war ein Highlight für sich!
Für uns endete der Tag dann schließlich am Hotelpool.
Sehenswürdigkeiten
Lake McKenzie
Lake McKenzie ist ein Süßwassersee mit unheimlich blauem Wasser und weißem Sand und mit DIE Sehenswürdigkeit auf K’gari. Daher kommt man am besten früh morgens oder spät nachmittags, wenn die organisierten Touren wieder weg sind.
75 Mile Beach
Der 75 Mile Beach ist der einzige Highway am Strand. Knapp 130km kann man hier auf dem Sand die ganze Ostküste entlangdüsen! Hier sollte man auf Ebbe und Flut achten – mit der Permit oder dem Leihwagen auf der Insel erhält man ein Tide Chart, an das man sich unbedingt halten sollte.
Hier liegt auch die SS Maheno, eines von 23 gesunkenes Wracks auf Fraser Island, dessen Besuch man hier unbedingt mit einplanen sollte.
Eli Creek
Weiter nördlich des Wracks am Highway liegt auch Eli Creek, ein Süßwasserfluss, durch den 4 Millionen Liter pro Stunde ins Meer fließen!! Der Fluss ist damit eine perfekte natürliche Wasserrutsche. Aus diesem Grund sollte man unbedingt eine Luftmatratze oder Schwimmreif dabeihaben. Über einen Steg gelangt man ein Stück landeinwärts von wo aus es einen Startpunkt gibt.
Weitere Sehenswürdigkeiten:
Entlang des Highways befinden sich auf die Champagne Pools – aus Vulkangestein entstandene Salzwasserbäder, die sich zum Schwimmen eignen. Denn Achtung: An der Ostküste der Insel ist das Schwimmen im Meer lebensgefährlich! Auch gibt es noch einige andere Süßwasserseen, die zum Schwimmen einladen. Wer gerne die Insel von oben sehen möchte, kann sich auch dieses Erlebnis buchen. Ebenfalls sehr populär sind Bootstouren von K’gari aus – zum Sonnenuntergang oder zu einer kleinen Insel zwischen K’gari und dem Festland.
Unser Highlight war definitiv der Highway und der Regenwald. Hier gibt es auch einige Wanderwege, die man gehen kann, wenn man etwas mehr Zeit mitbringt.