Ein Roadtrip durch Queensland
Eine der schönsten Reisen, die man in Australien machen kann, ist ein Roadtrip von Byron Bay bis nach Cairns im Bundesstaat Queensland. Die Route beginnt südlich der Staatsgrenze im Norden von New South Wales und endet im tropischen Far North Queensland. Auf über 1.700 Kilometern folgt sie der australischen Ostküste und führt vorbei an Surforten, Inselzugängen, Nationalparks und ruhigeren Küstenabschnitten. So entsteht eine ausgewogene Mischung aus Natur, Stränden und entspannten Küstenstädten.
Ein eigenes Fortbewegungsmittel ist dabei in meinen Augen unabdingbar, da man viele Orte nur damit erreichen kann. Zudem hat man so mit die meiste Flexibilität. Am idealsten ist es aber, die Reise mit einem Camper anzutreten. Manche Orte laden dazu ein, länger zu verweilen – etwa die Sunshine Coast oder die Whitsundays – während andere sich eher für kurze Pausen entlang der Strecke eignen.
Idealerweise startet man den Roadtrip von Gold Coast oder Cairns, die beide einen internationalen Flughafen haben. Mietwagen / Camper können gegen einen geringen Aufpreis als One-Way Miete gebucht werden (sehr empfehlenswert, man möchte ja nicht die weite Strecke wieder zurückfahren, wenn man knapp an Zeit ist!). Auch sollte man bei der langen Strecke nicht auf eine Vollkaskoversicherung verzichten.
Von Byron Bay nach Queensland
Byron Bay ist ein idealer Ausgangspunkt für einen Roadtrip entlang der Ostküste. Bekannt ist der Ort für seine Surfstrände, Küstenwanderungen und die entspannte Atmosphäre. Ein bis zwei Tage reichen für diesen Ort vollkommen aus.
Nach dem Überqueren der Staatsgrenze wird die Landschaft rund um die Gold Coast deutlich urbaner. Lange Strände, bekannte Surfspots und eine markante Skyline prägen diesen Küstenabschnitt. Für einen längeren Aufenthalt ist die Region nicht zwingend notwendig, aber lohnenswert, wenn man nicht nur die Stadt, sondern auch das Hinterland mit seinen Regenwäldern und Nationalparks erkunden möchte.
Einige Stunden später erreicht man Brisbane, die Hauptstadt Queenslands. Entlang eines sich schlängelnden Flusses gelegen, verbindet die Stadt großzügige Grünflächen mit einer lebendigen Gastronomieszene. Brisbane eignet sich gut für einen kurzen Zwischenstopp, um die Fahrt nach Norden zu unterbrechen. Hierfür bietet sich der botanische Garten z.B. hervorragend an.
Sunshine Coast, Noosa und K’gari
Nördlich von Brisbane verlangsamt sich das Tempo spürbar. Die Sunshine Coast zählt zu den attraktivsten Abschnitten der Reise, und viele Reisende verbringen hier mehrere Tage. Besonders Noosa sticht hervor – mit Küstenwanderungen im Nationalpark, geschützten Stränden und einer reichen Tierwelt. Darüber hinaus beherbergt die Sunshine Coast die eindrucksvollen Glass House Mountains, den Australia Zoo sowie zahlreiche erstklassige Strände, die einen Besuch wert sind.
Weiter nördlich liegt K’gari (Fraser Island), die größte Sandinsel der Welt. Sie ist per Fähre erreichbar und erfordert ein Allradfahrzeug oder eine geführte Tour. Endlose Strände, Süßwasserseen und Regenwald, der direkt aus den Sanddünen wächst, prägen das Bild. Dabei ist der Strand im Osten der Insel sogar ein eingetragener Highway! K’gari gehört zu den außergewöhnlichsten Landschaften der gesamten Route und ist den zusätzlichen Aufwand mehr als wert.
Ruhigere Küstenstopps
Je weiter man nach Norden fährt, desto ruhiger wird die Küste. Agnes Water und 1770 bieten entspannte Strände – also ideale Orte, um eine Pause einzulegen. Da diese Region am südlichen Ende des Great Barrier Reefs liegt, empfiehlt sich eine Tagestour zu einer der vorgelagerten Inseln.
Wir haben von Agnes Water aus Lady Musgrave Island besucht, wo wir eine Schorcheltour unternommen haben. Lady Musgrave Island ist die einzige mit dem Boot navigierbare Insel in diesem Küstenabschnitt. Wer andere Inseln wie Lady Elliot Island oder Heron Island besuchen möchte, muss dorthin fliegen, was auch mit höheren Kosten verbunden ist.
In der Nähe von Agnes Waters liegt Yeppoon, das als Ausgangspunkt für Great Keppel Island dient. Die Insel überzeugt mit klarem Wasser, guten Schnorchelmöglichkeiten und wenig überlaufenen Stränden. Dieser Abschnitt eignet sich besonders für Reisende, die eine ruhigere Alternative zu bekannteren Inselregionen suchen.
Die Whitsundays und Nord-Queensland
Die Route führt weiter nach Airlie Beach, von wo aus man zu den Whitsunday Islands gelangt. Von hier aus starten Segeltörns, Inselaufenthalte und Ausflüge zum berühmten Whitehaven Beach, die zu den Höhepunkten der Reise zählen. Hamilton Island ist nur eine von drei sehr beliebten Resortinsel und verfügt zudem über einen eigenen Flughafen.
Weiter nördlich, unweit von Townsville, liegt Magnetic Island. Die Insel ist bekannt für ihre Wanderwege, ruhigen Buchten und die dort lebenden Koalas.
Mission Beach markiert den Übergang ins Far North Queensland. Regenwald im Hinterland und weite, offene Strände prägen den Ort, der deutlich ruhiger und weniger entwickelt wirkt als Cairns. Häufig dient Mission Beach als letzter Küstenstopp, bevor es weiter ins Landesinnere oder noch weiter nach Norden geht.
Abstecher ins Landesinnere – die Atherton Tablelands
Bevor das Ende der Reise erreicht ist, lohnt sich ein Abstecher in die Atherton Tablelands. Kühlere Temperaturen, Wasserfälle, Kraterseen und sanftes Farmland bilden einen reizvollen Kontrast zur Küste. Ein bis zwei Tage eignen sich gut, um die verschiedenen Wasserfälle der Region zu erkunden.
Die bekanntesten drei Wasserfälle der Region liegen auf der Tourismusroute “Waterfall Circuit” und sind allesamt sehr gut erreichbar.
Cairns
Der Roadtrip endet in Cairns, einer kompakten tropischen Stadt die ein wichtiger Ausgangspunkt für Besuche am Great Barrier Reef und im Daintree Rainforest ist. Dank des internationalen Flughafens ist Cairns ideal, um die Reise hier zu beenden.
Cairns selbst bietet zahlreiche Highlights, darunter der Gondwana-Regenwald, das Dorf Kuranda oder Ausflüge nach Fitzroy Island. Mehrere Tage in Cairns zu verbringen lohnt sich sehr, vor allem, da man von hier aus auch gut Tagesausflüge in weiter nördlich liegende Regionen – wie Port Douglas, Palm Cove und Cape Tribulation – unternehmen kann.
Das Inselparadies Fitzroy Island liegt nur eine 45-minütige Fährfahrt von Cairns entfernt
Port Douglas und Palm Cove sind zwei besonders schöne Küstenorte, die ruhiger und entspannter sind als Cairns. Die Fahrt von Cairns nach Palm Cove zählt zu den schönsten der Region, mit Meerblick auf der einen und Regenwald auf der anderen Seite.
Cape Tribulation
Eine der eindrucksvollsten Landschaften der gesamten Reise findet sich bei Cape Tribulation, wo der uralte Daintree-Regenwald direkt auf das Korallenmeer trifft. Es ist einer der wenigen Orte weltweit, an denen tropischer Regenwald und Riff unmittelbar nebeneinander existieren, und gilt für viele als Höhepunkt des gesamten Roadtrips.
Ein Tagesausflug von Cairns aus ist möglich, empfehlenswerter ist jedoch eine Übernachtung in Palm Cove oder Port Douglas, da sich die Fahrzeit um etwa zwei Stunden verkürzt.
Wie viel Zeit einplanen?
Um diese Route ohne Eile zu erleben, sollten man drei bis fünf Wochen einplanen. Die genaue Dauer hängt davon ab, wie viel Zeit man auf Inseln und bei Abstechern ins Landesinnere verbringt.